Bruchköbel 

Interessante Lesung zum Thema Frauenwahlrecht

Foto von links nach rechts: Helga Gradwohl und Edith Schäfer von Frauen lesen für Frauen.

Mit der Thematik 100 Jahre Frauenwahlrecht beschäftigte sich die letzte Lesung der Bruchköbeler Leseinitiative Frauen lesen für Frauen. Anhand der Biographien von drei Feministinnen, gab es einen chronologisch breit gefächerten Einblick in die Geschlechterrolle. Begonnen wurde mit der Biographie von Louise Otto-Peters. Diese wurde schon früh von ihrem Vater, einem Gerichtsdirektor, motiviert sich dem politischen Zeitgeschehen auseinander zu setzen. Nach dem sie mit 17 Jahren zur Vollwaise wurde, bestritt sie ihren Lebensunterhalt mit publizistischen Tätigkeiten. In Zeitungen veröffentliche sie zunächst unter dem Pseudonym „Otto Stern“ oder „ein sächsisches Mädchen“ Artikel, die schnell in der Öffentlichkeit Beachtung fanden. Mit Zitaten wie „Die Teilnahme der Frau an den Interessen des Staats ist nicht ein Recht, sondern eine Pflicht“ polarisierte sie. 1849 wurde sie Herausgeberin der „Frauen-Zeitung“, die noch heute als wichtige historische Quellenbasis für die Frühphase der deutschen Frauenbewegung gilt.

Weiter ging es dann mit der Politikerin Helene Wessel. Zusammen mit Friederike Nadig, Helene Weber und Elisabeth Selbert gilt sie als eine der Mütter des Grundgesetzes. Ihnen ist im Grundgesetz der Artikel 3 (2) der Gleichberechtigung zu verdanken. Helene Wessel gehörte zuerst der Deutschen Zentrumpartei an. Die Mitgliedschaft kam ihrem sozialen Drang sehr entgegen. Hier konnte sie ihr Interesse für Sozialarbeit und Sozialpolitik vertiefen und dies bestimmte somit auch den Inhalt ihres politischen Tuns. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde sie als „politisch unzuverlässig“ eingestuft. Sie selbst sagte darüber: „Ich habe mich sehr unsichtbar gemacht, um der Gestapo keine Angriffsfläche zu geben.“ Nach dem Zweiten Weltkrieg wandte sie sich von der Zentrumpartei ab und wechselte in die erst neugegründete Christlichen-Demokratische-Partei (CDP) und später dann in die SPD, für die sie 1957 in den Bundestag gewählt wurde und dem sie bis zum ihrem Tod angehörte.

Im dritten Teil der Lesung ging es dann um die Journalistin Bascha Mika und ihrem Buch Die Feigheit der Frauen. Mit dieser Streitschrift, wie sie es selbst nennt, banalisiert sie die Frauen von heute. Diese reden zwar von Selbstbestimmung, stolpern aber ihrer Meinung nach immer wieder in Rollenfallen und bleiben in der zweiten Reihe stehen und dies aus Feigheit und Bequemlichkeit. Bascha Mika wurde für dieses Buch scharf kritisiert, vornehmlich von Frauen, und auch diesem Abend verfehlte es seine emotionale Wirkung nicht. Gerade im Vergleich mit Louise Otto-Peters und Helene Wessel, wirkt es doch fast wie eine Ohrfeige, wenn sie von der „Vermausung“ der Frauen spricht und regte vermehrt zu Diskussionen unter den Zuhörerinnen an. 

Mit ihrer Lesung haben die drei Vorleserin des Abends, Edith Schäfer, Helga Gradwohl und Claudia Krämer, einige Denkanstöße gegeben, wie Frau dem Gästebuch nach der Lesung entnehmen konnte. So hinterließ eine Zuhörerin folgende Stellungnahme: „Ein Thema, das es wert ist öfters behandelt zu werden unter verschiedenen Gesichtspunkten. Ein Abend, der sehr anregend und erneut aufschlussreich gewesen ist. Danke!“ Die nächste Lesung von Frauen lesen für Frauen findet am 10.09.2018 statt. Präsentiert wird an diesem Abend das Buch „Die Geschichte einer kurzen Ehe“ von Anuk Andgragsams.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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