Der Haushaltsplan für 2027 wird am 03. November von Bürgermeisterin Sylvia Braun in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Auch in diesem Jahr schlägt ein Defizit von rund 6 Millionen Euro zu Buche, das insbesondere durch die hohen Kosten im Bereich der Kinderbetreuung, die fehlenden Schlüsselzuweisungen vom Land und der kontinuierlich gestiegenen Abgaben an den Main-Kinzig-Kreis bedingt ist.
Da die Rücklagen aufgebraucht sind, muss dieses Defizit anderweitig ausgeglichen werden. So hat die Verwaltung eine Liste von Sparmaßnahmen über alle Bereiche hinweg vorgeschlagen, die deutliche Einschränkungen bei freiwilligen Leistungen der Stadt bedeuten würden: z.B. keine professionelle Unkrautbeseitigung auf dem Friedhof, die Ausdünnung der Taktzeiten beim ÖPNV, Abgabe von angemieteten Räumen, Verschiebung von notwendigen Investitionen und eine deutliche Steigerung bei den Kita-Gebühren. Hinzu kommen pauschale Einsparungen in ausgewählten Bereichen, außerdem zahlt sich das konsequente Controlling bei der Aufstellung des Haushaltes bereits durch eine deutliche Senkung der Sach- und Dienstleistungen aus. Auch die umsichtige Stellenbewirtschaftung u.a. mit einer Stellenbesetzungssperre trägt einen großen Teil zu den Einsparungen bei.
Leider reichen diese Maßnahmen nicht aus, um das Defizit zu decken. Deswegen sieht das Paket auch eine Erhöhung der Einnahmen vor und verteilt die Last auf möglichst viele Bereiche: Grund- und Gewerbesteuer, Spielgerätesteuer, Hundesteuer und eine Anpassung der Mieten und der Eintrittsgelder im Schwimmbad. Als letzte Drehschraube wurde die Grundsteuer B auf 1270 Punkte angehoben, um einen genehmigungsfähigen Haushaltsentwurf vorlegen zu können, um so im nächsten Jahr weiter handlungsfähig zu sein. Die Gewerbesteuer soll auf 440 Punkte steigen, die Grundsteuer A auf 950. Positiv wirkt sich zusätzlich aus, dass der Haushalt ohne eine Nettoneuverschuldung geplant wurde.
„Uns ist bewusst, dass die nahezu Verdopplung der Grundsteuer B eine große Belastung für alle Bürgerinnen und Bürger darstellt, gerade in Zeiten wo gefühlt alles teurer wird. Diese Entscheidung ist uns sehr schwergefallen, vorher wurde im Haushalt jeder Euro mehrfach auf den Prüfstand gestellt“, äußert sich Bürgermeisterin Braun zu ihrem Haushaltsentwurf. „Man sieht aber in vielen hessischen Kommunen ähnliche Effekte durch die chronische Unterfinanzierung bei der Kita-Betreuung und die signifikant angestiegene Belastung durch die Abgaben an den Kreis. Die hessischen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister hatten deswegen mehrfach protestiert und sich an Landes- und Bundesregierung gewandt, bisher ohne ein spürbares Ergebnis“, bedauert Braun. In Bruchköbel wirkt sich außerdem die Neuordnung des Kommunalen Finanzausgleichs bei den notwendigen Kennzahlen deutlich negativ aus. Diese Kennzahlen kann die Stadt aus eigener Kraft nicht zum positiven verändern.
Nach der Einbringung des Haushaltes am 03.11. werden die Fraktionen im Anschluss an ihre internen Sitzungen auch öffentlich über das Zahlenwerk beraten. Am Dienstag, 17.11.2027 wird der Haushalt im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt. Beim Haupt- und Finanzausschuss am 8.12 werden die Fraktionsanträge zum Haushalt diskutiert und beraten. Am 19.01.2027 wird die Stadtverordnetenversammlung den Haushalt 2027 beschließen.


