Fährt man aufmerksam durch Hessen, sieht man sie immer häufiger: speziell gekennzeichnete, farbig hervorgehobene sogenannte Mitfahrbänke. Dabei handelt es sich um im öffentlichen Raum aufgestellte Sitzbänke mit einem besonderen Zweck: Durch das Platznehmen auf dieser Bank signalisieren die Wartenden, dass sie auf eine spontane, kostenlose Mitfahrgelegenheit im PKW zu einem bestimmten Ziel hoffen.
Solche Mitfahrbänke erhöhen die Mobilität z.B. von Jugendlichen und älteren Menschen, speziell im ländlichen Raum mit in der Regel dürftigem Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr. Dr. Margit Fuehres, Vorsitzende des Seniorenbeirats in Bruchköbel, sieht hier eine Möglichkeit auch zur besseren Vernetzung der Stadtteile untereinander und kann sich solche Bänke in der Nähe von bestehenden Bushaltestellen in Butterstadt, Nieder- und Oberissigheim und auch in Roßdorf gut vorstellen.
Octavia Kaster, stell. Vorsitzende des Seniorenbeirats und Ideengeberin für dieses Modell in Bruchköbel, hat sich – angeregt durch das Modell der Gemeinde Schöneck – in vielen Regionen umgeschaut und mit Kommunen und Organisatoren gesprochen. Sie betont, dass dieses Modell neben der Komponente der Kommunikation und des sozialen Arrangements im Rahmen der Gemeinwesen-arbeit auch einen Beitrag zum Umweltschutz leistet, da viele Fahrzeuge häufig nur mit nur einem Fahrer besetzt sind, daher fördert die Europäische Union solche Projekte im ländlichen Raum.
In den Stadtteilen von Bruchköbel könnten also bald farbige Bänke stehen, durch ausklappbare Schilder könnte hingewiesen werden, wohin der „Tramper“ will, die individuelle Zielabsprache erfolgt zwischen Fahrer und Mitfahrer. Zielpunkte in der Kernstadt sind dann das neue Stadthaus oder das Gewerbegebiet vor der Stadt, von wo aus man dann auch wieder eine Mitfahrgelegenheit in die Stadtteile findet.
Der Seniorenbeirat spinnt den Gedanken dieser Form der Mobilität schon weiter und kann sich auch ein Modell analog dem Landkreis Tuttlingen vorstellen, hier wurde eine App für Smartphones entwickelt, mit der die Standorte der „Mitfahrbänkle“ in der Region abgerufen werden können.


