Auch in Bruchköbel gibt es nachgewiesene Vorkommen der Ameisenart Tapinoma magnum. Das teilte Bürgermeisterin Sylvia Braun in der aktuellen Stunde in der Stadtverordnetenversammlung am 4. Februar mit. Betroffen vom Befall durch diese sogenannte Große Drüsenameise sind Grundstücke im Bereich der oberen Hammersbacher Straße. Auch die Stadt ist mit einer Liegenschaft selbst betroffen, informierte die Bürgermeisterin die Stadtverordneten.
Diese Ameisenart ist bereits in einigen anderen Bundesländern und Kommunen (u.a. Kehl, Ingelheim, Herxheim, Reinheim, Bad Vilbel, Ortenberg) aufgetreten und hat dort teilweise erhebliche Schäden an Infrastruktureinrichtungen angerichtet.
Denn anders als andere Ameisenarten baut Tapinoma magnum kein einzelnes Nest, sondern ein sehr weit verzweigtes Netz aus vielen Nestern und vielen kooperierenden Königinnen, sogenannte Superkolonien. Laut Experten ist die Bekämpfung dieser Art darum sehr schwierig, aufwendig und oftmals von wenig Erfolg gekrönt.
Seit den ersten Funden der nicht heimischen Ameisenart, die aus dem Mittelmeer-Raum kommt, hat die Stadt Bruchköbel bereits zwei Informationsveranstaltungen für betroffene Bürger veranstaltet. Außerdem hat die Stadt versucht, bei übergeordneten Fachbehörden und Ameisenexperten Hilfe zu erhalten und hat sich mit anderen betroffenen Kommunen vernetzt.
Zusammen mit den betroffenen Anwohnern hat die Stadt Bruchköbel nun für März einen abgestimmten, großflächigen Bekämpfungstermin vereinbart. Wenn die Temperaturen circa zwischen 15 und 20 Grad liegen und die Ameisen wieder aktiv werden, sollen im ersten Schritt die Nester lokalisiert werden, bevor im nächsten Schritt gezielt Bekämpfungsmittel ausgebracht werden können. Anwohner erhalten dazu in Kürze ein Informationsschreiben.
Allerdings zeigen die Beispiele aus anderen Kommunen, dass die Bekämpfung von Tapinoma magnum äußerst schwierig ist: Je größer die Superkolonie ist, desto geringer ist die Möglichkeit, die Ameise komplett wieder loszuwerden, so die Experten übereinstimmend.


