Bruchköbel 

„Nicht sehenden Auges auf Schließungen zusteuern“

Materiallieferungen an Ärzte sind gut angelaufen: Landrat Thorsten Stolz zieht positive Zwischenbilanz – Am Samstag 22 neue Coronavirus-Fälle

Main-Kinzig-Kreis. – Landrat Thorsten Stolz hat eine positive Zwischenbilanz der Kreisinitiative gezogen, mit der über das Wochenende eine Reihe von niedergelassenen Ärzten im Kreisgebiet mit Schutzausrüstung versorgt werden. „Wir haben bis Samstagmorgen schon einen Großteil der Lieferungen an die Städte und Gemeinden verteilt, darunter an die größten Städte Hanau und Maintal. Es ist stark und wichtig, dass die örtlichen Krisenstäbe die Aktion mit unterstützen und das Material weiterleiten und pünktlich dorthin bringen, wo es gebraucht wird. Alle Arztpraxen können also kommende Woche aufmachen und mit notwendigen Schutztextilien arbeiten“, sagte der Landrat.


Der Verwaltungsstab des Main-Kinzig-Kreises unter der Federführung der Kreisspitze erstellt zur Versorgungslage der Arztpraxen regelmäßig ein eigenes Lagebild. Daraus ergab sich aus Sicht des Kreises zuletzt ein immer drängenderer Handlungsbedarf, was die Versorgung mit Schutzmaterial anbetrifft. Versuche der Kreisspitze, über die politische Ebene die Beschaffung zu beschleunigen, blieben bisher erfolglos.


Eine große Zahl an Arztpraxen verfügt nach diesem Lagebild zwar noch über genügend Ausrüstung, bei einem anderen Teil wurde das Material jedoch äußerst knapp. „Bei mindestens 180 niedergelassenen Ärzten drohten schon in wenigen Tagen Schließungen, da wollten wir nicht sehenden Auges drauf zusteuern. Daher lassen wir genau diesen Praxen über das Wochenende gezielt und schnell Schutzmaterial zukommen“, so Thorsten Stolz am Samstag. Mit den Lieferungen von Kreis-Seite seien Praxis-Schließungen kurzfristig abgewendet worden, „aber klar ist auch, dass der Nachschub über die offiziellen Versorgungslinien schnell wieder laufen muss“.


Einen Dank richtete Landrat Thorsten Stolz an alle Beteiligten dieser Initiative. Bis in die Nacht hinein seien am Freitag die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gefahrenabwehrzentrums im Kreisgebiet unterwegs gewesen. Für die weitere Verteilung dankte Stolz ebenso den Rathauschefs und Mitgliedern der örtlichen Krisenstäbe.


Im Main-Kinzig-Kreis gibt es derweil 22 weitere Coronavirus-Fälle, die das Gesundheitsamt am Samstag gemeldet hat. Die Gesamtzahl der laborbestätigten Fälle stieg damit auf aktuell 148*, 11 davon hat das Gesundheitsamt bereits wieder als genesen in den normalen Alltag entlassen. Die neuen Meldungen kommen Hanau (7), Jossgrund, Maintal, Rodenbach (je 2), Bad Soden-
Salmünster, Brachttal, Gelnhausen, Linsengericht, Nidderau, Schlüchtern, Schöneck, Sinntal und Wächtersbach.


*Hinweis: Die Gesamtzahl der Coronavirus-Erkrankungen umfasst alle laborbestätigten Fälle von Menschen aus dem Main-Kinzig-Kreis seit Beginn der Verbreitung. Gelegentlich muss die Statistik angepasst werden, etwa bei zunächst nicht eindeutigen Adressmeldungen aus den Laboren oder einer erst nachträglichen Aufklärung über den Erstwohnsitz durch die Patienten. Die Fälle werden somit bundesweit einheitlich nur einmal gezählt.

 

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