Heizen mit Strom

Heizen mit Strom gilt als ineffizient und teuer. Dennoch wurde die gesetzliche Vorschrift, elektrische Nachtspeicherheizungen auszutauschen, zurückgenommen. Zudem bewerben Hersteller elektrische Infrarot-Flächenheizungen als besonders kostengünstig und klimafreundlich. Die Verbraucherzentrale Hessen erläutert, was von den beiden Technologien zu halten ist.

 

Der Austausch elektrischer Nachtspeicherheizungen ist nicht mehr verpflichtend. Die Heizungen könnten nämlich, so das Argument, eine wichtige Rolle für die Energiewende spielen, indem Strom aus erneuerbaren Energien, zum Beispiel aus Windkraft, in privaten Speicherheizungen „zwischengespeichert“ würde.

„Die Idee ist gut“, bestätigt Anika Sauer von der Verbraucherzentrale Hessen. „Die Umsetzung in der Praxis ist aber leider schwierig: In den entsprechenden Regionen sind gar nicht genug Speicherheizungen angeschlossen, um die Netze tatsächlich spürbar zu entlasten. Außerdem sind viele Anlagen nicht vom Netzbetreiber aus der Distanz regelbar – damit können sie gar nicht bei Bedarf zugeschaltet werden. Und so bleiben Nachtspeicherheizungen in erster Linie Strom- und Geldfresser.“

Als kostengünstige und umweltfreundliche Alternative zur Nachtspeicherheizung wird die Infrarot-Flächenheizung beworben. Da sie mit Strahlungswärme heizt, reichen laut den Herstellern niedrigere Raumtemperaturen aus für ein behagliches Wohnklima. Allerdings verbraucht die Infrarotheizung vor allem tagsüber Strom, zu durchschnittlich 27 Cent pro kWh. Zum Vergleich: Gas kostet ca. 5,5 Cent/kWh, Heizöl umgerechnet ca. 6 Cent/kWh, Holzpellets ca. 5 Cent/kWh. „Diese hohen Betriebskosten einer Infrarotheizung werden auch durch die relativ niedrigen Anschaffungskosten nicht wettgemacht“, stellt Anika Sauer klar. „Und klimafreundlich sind Elektroheizungen übrigens auch nur mit einem zertifizierten Ökostromtarif – sonst ist die Klimabilanz schlechter als bei anderen Energieträgern.“

„Generell sind Elektroheizungen also nur in wenigen Einzelfällen sinnvoll“, fasst Anika Sauer zusammen. „Allerdings ist der Umstieg auf ein anderes Heizsystem auch nicht ganz unkompliziert, Leitungen müssen verlegt und Heizkörper montiert werden.“ Bevor über den Austausch der Heizung entschieden wird, sollten Verbraucher daher unbedingt eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen.

 

Nähere Informationen zum Heizen mit Strom und zu allen Fragen der Energieeinsparung bietet die Energieberatung der Verbraucherzentrale Hessen: Online, telefonisch oder gegen eine Kostenbeteiligung von 5 Euro pro 30 Minuten Beratung in einem persönlichen Gespräch an einem von mehr als 50 Energiestützpunkten in Hessen. Für ein persönliches Beratungsgespräch mit Energieberater Dipl. Wirtschaftsingenieur Peter Dorn in den Räumlichkeiten der Bruchköbeler Stadtbibliothek, Hauptstraße 53 ist eine vorherige telefonische Terminvereinbarung bei Frau Ziegler im Rathaus Bruchköbel notwendig. Sie erreichen Frau Ziegler unter der Telefonnummer: 06181/975-218.

 

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder www.verbraucher.de.

Die unabhängige Energieberatung wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

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