Neue Stadtmitte: Brücke zur historischen Altstadt mit hoher Aufenthaltsqualität

Fragen im Ausschuss – Stadtverordnete entscheiden am 16. Februar

Bruchköbel. Frau Meyer ist mit ihrem Auto direkt in die neue Tiefgarage gefahren. Nach den Einkäufen und einigen Behördengängen gönnt sie sich im Bistro des Stadthauses einen Kaffee, schlendert durch den kleinen Park, setzt sich an den Krebsbach, genießt die Ruhe am Wasser, das sich in einem Becken aufstaut… Was heute noch Vision ist, soll bald Wirklichkeit werden.

Die Stadt steht davor für die Gestaltung der neuen Innenstadt eine Weichenstellung zu treffen. Diplom-Ingenieur Thomas Müller vom Baulandentwicklungsspezialisten Terramag (Hanau) hatte in der vergangenen Woche im Ausschuss für Stadtentwicklung, Kultur und Soziales sowie in der Lenkungsgruppe zur Innenstadtentwicklung die Optionen zur Realisierung der neuen Stadtmitte vorgestellt. Zuvor wurden die Pläne in einer Bürgerversammlung im November der Öffentlichkeit präsentiert. Diese Woche wurde in der Sitzung des Ausschusses für Bau, Umwelt und Verkehr intensiv mit den Stadtverordneten diskutiert.

Die erste Grundsatzentscheidung für „das wichtigste und anspruchsvollste Projekt der Stadtentwicklung der kommenden zehn Jahre“ soll die Stadtverordnetenversammlung in ihrer letzten Sitzung der Legislaturperiode am Dienstag, 16. Februar, 20 Uhr treffen: „Wir beginnen, den Zug auf die Gleise zu setzen“, so Bürgermeister Günter Maibach.

Stadthaus ersetzt vier Funktionsgebäude

Die „eindeutige, sichere Empfehlung für Variante 1“, so Thomas Müller, sieht den Bau eines dreigeschossigen Stadthauses an der Stelle des heutigen Rathauses vor, in dem Verwaltung, Bürgerhaus, Jugendzentrum, Bürgerbüro und Seniorentreff zusammengefasst werden – ergänzt durch ein gastronomisches Angebot. Das Parkdeck macht Platz für einen knapp 5.000 Quadratmeter großen Lebensmittelvollsortimenter. Die Autos verschwinden in eine Tiefgarage mit 250 Stellplätzen. Der bestehende Lebensmittelmarkt bleibt als Getränkemarkt und/oder Drogerie erhalten. An der Stelle von Jugendzentrum und Seniorentreff Mitte entsteht ein kleiner Park zum Verweilen, der durch die Ausweitung des Krebsbaches mit mehreren Wasserbecken zusätzlich an Aufenthaltsqualität gewinnt. Auf dem 3.850 Quadratmeter großen Areal des Bürgerhauses soll ein Investor ein Gebäude mit Tiefgarage errichten, das 80 Wohneinheiten und im Erdgeschoss Raum für Gewerbe und Arztpraxen bietet. <s></s>

Das Stadthaus als Begegnungsstätte und Dienstleistungszentrum zugleich dient als Brücke zur Altstadt. „Die Aufenthaltsqualität ist entscheidend. Mit diesem Projekt erhalten wir erstmals ein richtiges Innenstadtzentrum“, so Bürgermeister Günter Maibach. Man habe sich für „Variante 1“ ausgesprochen, weil hier zusätzlich neuer Wohnraum entsteht.

Werte schaffen statt Status quo erhalten

Wichtiger Aspekt für das Votum für Variante 1 sind auch die Finanzen. Für Stadthaus (8,3 Millionen Euro), Kostenanteil für die Tiefgarage (2,7 Mio. Euro) sowie die Gestaltung von Park und Krebsbach inklusive Hochwasserschutz (1,7 Mio. Euro) addieren sich die Investitionen der Stadt auf rund 12,7 Millionen Euro. Für den Erhalt des Status quo müssten 10,1 Millionen Euro für die Sanierung von Rathaus, Bürgerhaus, Jugendzentrum, Seniorentreff und Parkhaus veranschlagt werden – ohne dass sich die städtebauliche Qualität der Stadtmitte verbessert. Das kompakte Gebäude des Stadthauses reduziert zudem Kosten für Instandhaltung und Energie beträchtlich. <s></s>

Parkgebühren als Preis für höhere Stadtqualität

Intensiv diskutiert wurde die Frage, ob nach dem Bau anfallende Parkgebühren der Frequenz in der Bruchköbeler Innenstadt und damit dem innerstädtischen Einzelhandel schaden könnten. „Dies sei eine Glaubensfrage“, so Thomas Müller. Der Erhalt des Status Quo bei freiem Parken ist nach seiner Auffassung kein Garant für den langfristigen Erhalt einer stark frequentierten Innenstadt oder dem dort befindlichen Handel. Dieser kämpfe gegen schwerwiegende Faktoren wie z.B. den wachsenden Onlinemarkt. Für den Handel ist daher gerade die Aufenthaltsqualität einer Stadt ein zentraler Pluspunkt. Ob man sich in einer  Stadt wohl fühlt und ob es dort Erlebnisse durch Kultur, Feste, Märkte und verkaufsoffene Sonntage gibt, sei künftig entscheidend für den Besuch einer Stadt und auch für den damit verbundenen Einkauf. Er persönlich glaube daran, dass ein qualitativ hochwertiger Parkraum - auch wenn er mit Gebühren belegt ist - hierfür einen positiven Ausschlag gibt.

Rathaus zieht temporär auf den Fliegerhorst um

Das Rathaus soll in der Bauphase in ein Gebäude auf dem Fliegerhorst Erlensee verlegt werden. Für die meisten Behördengänge bleibt ein Bürgerbüro im Innenstadtbereich erhalten.

Bürgermeister Maibach stellte klar, dass es sich bei der Entscheidung der Stadtverordneten am 16. Februar einzig um einen Grundsatzbeschluss für Variante 1 mit dem Bau des Stadthauses in Eigenregie handelt, der weder eine detaillierte Planung noch Ausgaben beinhaltet. Es gehe darum, die Weichen zu stellen und bis zu Konstituierung der neuen Stadtverordnetenversammlung nach den Kommunalwahlen am 6. März keine wertvolle Zeit zu verlieren. Investorensuche, Ausschreibung und Vergabe der Aufträge obliegt dem neu gewählten Parlament. Die gewählten Vertreter werden den endgültigen Startschuss geben.

Öffnungszeiten Rathaus

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