Roßdorf

Im Jahre 850 wurde Roßdorf erstmals erwähnt; erst ab 1235 ballen sich die Nachrichten, nachdem hier eines der ersten Antoniterkloster nach den Antoniterhäusern Memmingen und Grünberg gegründet worden war.

 

Anlass hierfür gab das ausgebrochene Antoniterfeuer, eine durch Mutterkornauswüchse entstandene und pestartige um sich greifende Vergiftungskrankheit, gegen die die Antoniter in Frankreich recht gute Erfolge erzielt haben sollen; auf ihre Kenntnisse setzt der Hanauer Graf, als er den Orden von St. Didier ins hanauische Land berief.

 

1240 begann man mit dem Bau der Klosterkirche, von der sich jedoch bis heute nichts erhielt. Obwohl dem Kloster als Generalpräzeptorei eine besondere Funktion zukam, wurde es 1451 (1491?) nach Höchst verlegt, die Bauten in Roßdorf komplett aufgegeben. Als Steinbruch benutzt, hat sich vom Kloster heute mit Ausnahme eines kaum mehr mittelalterlich zu erkennenden Gebäudes nichts mehr erhalten, wobei die Einführung der Reformation 1548 den Prozess des Verfalls und Abbaus beschleunigt haben mag.

 

Fortan bestimmte reine Landwirtschaft den Ort, den bis zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges rund zehn Pestepidemien heimsuchten. Wie verheerend sich der Krieg für Roßdorf auswirkte, verdeutlichen die statistischen Zahlen – nur ein Fünftel der Bevölkerung überlebte, kaum besser war es mit den nicht zerstörten Bauten bestellt.

 

1707 lebten bereits wieder 38 Familien vor Ort, die ihren Unterhalt vor allem durch den Anbau von Flachs, Tabak, Rüben und Kartoffeln bestritten; erneut trat der lange nicht gepflegte Weinbau hinzu. 1713 wurde der sogenannte Bäckerbrunnen erbaut, 1750 das Gemeindepfarrhaus, 1753 eine neue Kirchenorgel eingebaut. Allein diese wenigen Daten zeigen an, dass sich Roßdorf kräftig erholte – mit rund 340 Einwohnern im Jahr 1754 war er der einwohnerstärkste unter den heutigen Bruchköbler Stadtteilen.

 

Die Säkularisation wird insofern in Roßdorf deutlich spürbar geworden sein, als die Güter der Antoniter, die diese nach wie vor hier besaßen und pflegten, aufgelöst und umverteilt wurden; insofern bedeutet erst das Jahr 1803 das Ende der Geschichte der Roßdorfer Antoniter.

 

Roßdorf ist trotz seiner stattlichen Einwohnerzahl und seiner klösterlichen Herkunft immer ein Dorf rein bäuerlichen Gepräges geblieben, auch wenn es hin und wieder einige Bemühungen um die Niederlassung industrieller Bereiche gab.

 

Das beispielsweise 1835 gegründete Braunkohlebergwerk Kratzsch überlebte nur wenige Jahre und musste schon 1847 aufgrund von Wassereinbrüchen aufgegeben werden. Wirtschaftlich war es für den Ort dennoch von großer Bedeutung und überzeugte durch beeindruckende Förderungs- und Verkaufszahlen.1839 wurde eine Kalkbackstein- und Ziegelbrennerei eröffnet, die wie das Mutterwerk prosperierte. Wirtschaftlichen Aufschwung versprach sich der Ort auch durch den Anschluss an die 1879 eröffnete Bahntrasse Hanau-Windecken, doch die immer wieder vorgetragenen Versuche, einen Bahnhof zu bekommen, schlugen fehl.

 

Bekannt ist jedoch die Zahl der 100 bis 120 Bahnreisenden, die im jahr 1909 tagtäglich den Bruchköbeler Bahnhof aufsuchten. Die Zahlen berichten vom immer schwerer werdenden Umstand, vor Ort sein Auskommen zu finden, zumal größere Betriebe vor Ort nach wie vor fehlten.

 

1928 erhielt Roßdorf sein eigenes Wasserwerk, zehn Jahre später baute die kleine Gemeinde ihre Schule aus – ein Wohnort mit ländlichem Charakter ist Roßdorf dennoch bis heute geblieben. Trotz großflächigen Siedlungsausbaus in südlicher und nördlicher Richtung dominiert der historische Ortskern mit Altem Rathaus und Backhaus in seiner Mitte und damit die historische Seite Roßdorfs, in dem sich entlang von Oberdorfstraße und Schulzenstraße zahlreiche zumeist giebelständige Fachwerkbauten des zumeist späten 18. Jahrhunderts erhielten. Seit 1974 ist Roßdorf Teil der Gemeinde Bruchköbel, die 1975 Stadtstatus erhielt.

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