Oberissigheim

Die früheste Geschichte Oberissigheims deckt sich zwangsläufig mit derjenigen der Nachbargemeinde Niederissigheim, insofern sich beide aus einem einzigen Dorf namens Issigheim entwickelten; spätestens mit der Nennung Oberissigheims 1248 als „Ozencheim superius“ werden noch beide Gemeinden nebeneinander bestanden haben.

 

Zahlreiche Klöster waren vor Ort begütert, so unter anderem die unweit gelegene Johanniterkommende Rüdigheim, aber auch die Klöster Roßdorf, Schlüchtern oder zwei Mainzer Klöster, während in weltlicher Hinsicht Oberissigheim bereits 1329 der Hanauer Grafschaft unterstand. Das Patronat der hiesigen Kirche oblag dennoch zunächst allein dem Reich, ging aber 1389 durch kaiserliche Schenkung an das Kloster Limburg an der Haardt über; 1567 gelangte auch dieses Recht durch Kauf an die Grafen von Hanau.

 

Um 1550 wurde die Gemeinde reformiert, die vormals katholische, dem Heiligen Georg und Vincentius geweihte Pfarrkirche wurde evangelisch und ist es bis heute geblieben; dennoch dauerte es Jahrzehnte, bis das evangelische Abendmahl von der Gemeinde angenommen wurde.

 

Für das Ende des 16. und das frühe 17. Jahrhundert sind mehrfach Epidemien belegt, zuweilen auch der direkte Hinweis auf die Pest (1590, 1597, 1611, 1613, 1626 – 1628, 1630). Hingegen blieben die Ernteerträge zu dieser Zeit trotz einiger sehr trockener Sommer durchaus befriedigend – die wirtschaftliche Grundlage Oberissigheims, die damals vorwiegend auf dem Obst- (Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen), Gemüse- (Erbsen, Linsen, Rüben) und Getreideanbau (Gerste, Hafer) basierte, blieb insofern gesichert; allerdings waren dies die letzten Jahre des Weinbaus, der zu einer ungewissen Zeit während des Dreißigjährigen Krieges vollends zum Erliegen kam.

 

Von den Schrecken des Krieges zunächst verschont, ging der Ort erstmals 1620 in einem Großfeuer unter: Zwanzig Häuser und Scheunen benennen die Quellen als abgebrannt, unberücksichtigt blieben dabei die zahlreichen Ställe. Dennoch zählte man im Jahr 1632 erneut 39 Hausgesäße. Schon 1635 wiederholte sich der Schrecken während des Durchzugs der kämpfenden Truppen; Oberissigheim verbrannte erneut mit Ausnahme weniger Häuser. Ein Großteil der Bevölkerung floh damals hinter Hanauer Mauern und verstarb dort an Hunger, Krankheit und Pest während der zwei Jahre der Belagerung der Stadt.

 

Vermutlich wurde schon bald mit dem Wiederaufbau begonnen, denn schon 1637 vernichtete erneut ein diesmal durch Unachtsamkeit entstandenes Feuer den Ort. Immer wieder musste die Bevölkerung auch nach Ende des Dreißigjährigen Krieges nach Hanau fliehen – französische, aber auch deutsche Truppen durchzogen das Land und sorgten für Schrecken und Zerstörung.

 

Vielleicht ist so zu erklären, warum 1707 der Ort mit nur 24 ansässigen Familien kleiner war als zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges. Erst für das entwickelte 18. Jahrhundert ist eine allmähliche Beruhigung der politischen Lage zu registrieren – ein damit verbundener wirtschaftlicher Aufschwung, erneute Bauaktivität und schließlich der Übergang an Hessen-Kassel 1736 kennzeichnen diese Zeit.

 

Die Bevölkerungszahlen stiegen zwar stetig, aber wenig schwunghaft an: 258 Einwohner zählte man im Jahr 1820 gegenüber 190 Einwohnern 1754, während sich die Zahlen bis 1900 fast verdoppelten (418 Einwohner). Dem Bevölkerungszuwachs entspricht die Ortsgestalt, die sich bis 1900 jedoch vornehmlich verdichtete. Der 1844 neu eröffnete Totenhof lag damals noch außerhalb der Bebauung und wurde erst durch den steten Siedlungsbau in südlicher Richtung in den 1950er Jahren der Wohnbebauung integriert.

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