Niederissigheim

Das kleine, lange Jahrhunderte auf eine Straßenkreuzung begrenzte Haufendorf entwickelte sich nördlich des Hauptortes Bruchköbel und des in einem Bogen vorbeifließenden Krebsbachs, ist aber in dieser Gestalt eine noch verhältnismäßig junge Erscheinung.

 

Fast vier Jahrhunderte lang bestand ein einziger Ort Issigheim, als "„Ohsingeheim"“ersterwähnt in der Abschrift einer nicht mehr erhaltenen Schenkungsurkunde an das junge Kloster Fulda. Diese Urkunde ist in ihrer zeitlichen Einordnung bis heute noch nicht eindeutig gefasst; man geht aber davon aus, dass der Ort als private Schenkung noch an den ersten Abt des Klosters erfolgt sein wird (Amtszeit 744-779) oder zumindest an den zweiten, bis 802 amtierenden Abt, so dass von einer Ersterwähnung vor dem gängigerweise überlieferten Datum 850 auszugehen sein wird.

 

Angeblich sei durch stetige Überschwemmungen durch den Krebsbach der Ort immer wieder in Mitleidenschaft gezogen und Häuser versetzt wiederaufgebaut worden, so dass sich im Laufe der Zeit zwei Orte Issigheim entwickelten.

 

Die Quellen bestätigen dies mit einer erstmaligen Unterscheidung in Ober- und Niederissigheim (Ozencheim superior) im Jahr 1248, wobei man die Unterscheidung inferior/superior über Jahrhunderte beibehielt; erst 1567 ging man offensichtlich in die noch heute aktuelle Schreibweise über.

 

Niederissigheim besaß trotz seiner bescheidenen Größe eine eigene Pfarrei, die zum Kloster Schlüchtern gehörte, das wiederum der Hoheit der Hanauer Grafen unterstand. Das Kloster pflegte nachweislich einen eigenen Hof vor Ort, in dem man Gerichtssitzungen hielt und Weistümer festhielt. Sicherlich wird der zweite Grundherr in Niederissigheim, die Hanauer Grafen, ebenfalls einen Herrenhof vor Ort unterhalten haben.

 

Die Pfarrkirche wurde zusammen mit dem gesamten Ort verwüstet, als die Wirren des Dreißigjährigen Krieges über die Region einbrachen; „gantz abgebrant“ sei der Ort, berichten die Quellen nach Ende des Krieges, der allerdings noch 1632 um die 20 Hausgesäße groß gewesen sein soll (etwa 100 Einwohner); noch 1754 zählte Niederissigheim kaum mehr Einwohner (135 Personen). Vermutlich stellte man die Pfarrkirche nach Ende des Krieges nur recht notdürftig instand – schon 1734 wurde sie abgetragen und wenige Jahre später neu aufgebaut.

 

Noch heute prägt der Ort in seinem Kern um die Issigheimer Straße der Baubestand des späten 18. Jahrhunderts; dabei sucht man nach Bauten der Industrie und Technik in diesem Quartier fast vergeblich. Vielmehr spiegelt der anliegende Baubestand die schleppende, lange auf dem Stand einer bäuerlichen Gemeinde verharrende Entwicklung Niederissigheims: Verhältnismäßig spät wurde im Jahre 1920 elektrisches Licht eingeführt und erst Jahrzehnte später der Ort an fließendes Wasser angeschlossen; zusammen mit seiner Nachbargemeinde Oberissigheim wurde Niederissigheim erst 1963 dem Status als Brunnengemeinde enthoben.

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