Bruchköbel

Die Frühzeit Bruchköbels ist nicht mit letzter Sicherheit zu klären, da ungewiss bleibt, ob mit den frühesten Nennungen (839: cavilla, 1057: villa keballa, 1062: kebilo, 1076: kevile) Bruchköbel oder aber das unweit gelegene Marköbel angesprochen wird. Erst mit der Nennung eines minor chevela, eines kleinen Chevelas, wird allgemein Bruchköbel verbunden; eindeutig zuzuweisen und mit dem heutigen Bruchköbel synonym zu setzen ist jedoch die erste Schreibweise „Bruchkebele“ im Jahr 1272.

 

Der Ort gehörte damals wie das Büchertal zur Grafschaft der Herren von Buchen-Dorfelden, die 1191 die Nachfolge der Herren von Buchen-Hanau antraten und sich späterhin nur noch als Herren von Hanau benannten (aus ihnen gingen später die Grafen von Hanau hervor). Um ihr Territorium vor äußeren Zugriffen zu schützen, setzen sie sich gegen Ende des 13. Jahrhunderts verstärkt für das Befestigungsrecht ihrer Orte und Flecken ein, allen voran die Stadt Hanau; nach Windecken, Steinau, Babenhausen, Hanau sowie Hochstadt, Dörnigheim und Wachenbuchen erhielt als letzter Ort Bruchköbel 1368 durch Kaiser Karl IV. das Stadtrecht zugesprochen.

 

Offensichtlich wurden diese Rechte jedoch niemals in Anspruch genommen, sondern nur pro forma gesichert, um im Falle eines Übergriffs nötigenfalls befestigen zu können. Eine feste Mauer wurde daher wohl kaum errichtet, wohl aber ein Graben mit Hecke oder vergleichbarem angelegt und diese durch zwei Tore geöffnet – der heutige Straßenname „Heeggraben“ leitet sich wohl aus dem Begriff der Hecke ab. Ein festes Obertor befand sich zudem am Ende der Schweizer Gasse. Möglicherweise wurde in diesem Zusammenhang der Turm der Jakobuskirche als Wehrturm erbaut; aufgrund einer eingearbeiteten Jahreszahl „1410“ könnte seine Entstehung in direktem Zusammenhang der Auseinandersetzungen mit der Gefolgschaft König Ruprechts von der Pfalz stehen, die in den Jahren 1404/05 unter anderem zur Zerstörung der Schlösser Hüttengesäß und Rückingen führten.

 

Als der Sitz eines Zent- und über Leben und Tod entscheidenden Halsgerichts, zu dessen Bezirk nicht nur das gesamte Büchertal, sondern auch die Stadt Hanau gehörte, wird Bruchköbel einige Bedeutung genossen haben. Immerhin überlieferte die Pfarrkompetenz des Jahres 1564 bereits 120 Hausstellen mit etwa 600 Einwohnern und damit eine recht stattliche Einwohnerzahl.

 

Allein in den verheerenden Pestjahren 1603 und 1613 sollen jedoch 20% der Einwohnerschaft verstorben sein; weitere Todesopfer forderte der Dreißigjährige Krieg: Von den damals nach Hanau Geflohenen starben 1635/36 über 150 Menschen an der Pest, 15 in Bruchköbel zurückgelassene Kranke oder alte Personen bereits bei der Zerstörung des Ortes im September 1634. Kaiserliche und spanische Soldaten legten den Ort damals in Schutt und Asche, nur die Jakobuskirche und ein einziges Haus in der Schweizergasse überstanden; schon 1641 bestand von der Kirche allerdings kaum mehr „als die rudera oder die bloßen mauren“.

 

Als im Jahr 1642 die Hanau-Münzenbergische Linie ausstarb, ging das Erbe an die lutherische Linie von Hanau-Lichtenberg über, die fortan lutherische Gemeinden und Verwaltungen förderte. Auch in Bruchköbel wird schon bald eine lutherische Gemeinde entstanden sein, wie Zuwanderungen aus Sachsen und Schlesien belegen; namentlich erwähnt wird sie jedoch erstmals 1683.

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