
Erstellung eines Teilklimaschutzkonzeptes
Laufzeit des Vorhabens:
01.04.2009 bis 31.03.2010
beteiligte Partner:
Ingenieurbüro Klöffel GmbH
Fliederstraße 1
63486 Bruchköbel
www.kloeffel.de
Förderkennzeichen:
FKZ 03KS0272
Ziel und Inhalt des Vorhabens:
Wie bereits mehrfach in der Öffentlichkeit diskutiert und auch in der Förderrichtlinie von Klimaschutzprojekten des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) beschrieben, hat sich die Bundesrepublik hohe Ziele gesteckt. So soll im Rahmen der EU-Lastenteilung die Treibhausgasemission bis 2020 um 40 % unter das Niveau von 1990 gesenkt werden. Damit gilt Deutschland als Vorreiter in der internationalen Klimaschutzpolitik.
Bereits 1992 wurde auf dem Weltgipfel in Rio de Janeiro im Rahmen der Klimakonvention die weltweite Stabilisierung der Treibhausgasemission vereinbart. In Kyoto wurden 1997 rechtsverbindliche Zusagen der Industriestaaten im so genannten Kyoto-Protokoll festgehalten. Zum Jahr 2003 konnte Deutschland seine Treibhausgasemission bereits um ca. 20% gemessen an den Emissionen von 1990 reduzieren. Ohne weitere Maßnahmen wird das hohe Ziel der Bundesregierung jedoch nicht erreicht werden können.
Entsprechend der Ergebnisse der Evaluierung des Klimaschutzprogramms ist die Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten mit dem Sektorschwerpunkten Gebäude des Antragstellers, private Haushalte, Gewerbe, Industrie und Verkehr am 05. Dezember 2007 beschlossen worden und soll die Erreichung der Zielstellung im Integrierten Energie- und Klimaschutzprogramm sicherstellen.
Die Stadt Bruchköbel begrüßt diese Bestrebungen der Bundesregierung ausdrücklich und sieht sich in ihren vergangenen Aktivitäten zur kommunalen Klimaschutzpolitik bestätigt. Auf Basis der Förderrichtlinie von Klimaschutzprojekten des BMU vom 18. Juli 2008 werden nach Auffassung der Stadt Bruchköbel umfassende Klimaschutzprojekte auf Zuschussbasis jedoch erst ermöglicht.
So strebt die Stadt Bruchköbel eine effektive Reduzierung der Treibhausgasemission im Gebäudesektor der kommunalen Liegenschaften an und möchte in diesem Bereich eine Vorbild- und Anreizfunktion für die Sektoren private Haushalte, Gewerbe, Industrie und Verkehr einnehmen. Weiter soll die Grundlage für ein darauf aufbauendes „Integriertes Klimaschutzkonzept“ geschaffen werden. Die in diesem Zusammenhang stehenden positiven Nebeneffekte zur Reduzierung der kommunalen Energieverbrauchskosten und der damit einhergehenden Ressourcenschonung multipliziert die Bedeutung des Klimaschutzprojektes.
Die Stadt Bruchköbel beabsichtigt ein Teilkonzept zum Klimaschutz zu erstellen. Dabei sollen bereits vorhandene Ansätze zu einem strategischen, systematischen und damit noch effektiveren und effizienteren kommunalen Klimaschutzkonzept ausgebaut werden. Die Konzpeterstellung bildet zugleich die Begründung und den Rahmen für diejenigen Maßnahmen, die vordringlich als erste beschlossen werden sollten, um effektiven und effizienten Klimaschutz in den Sektoren der kommunalen Liegenschaften aufbauen zu können. Die Prioritäten der zukünftigen Aktivitäten sollen dabei verdeutlicht werden und sollen Aufschluss über die Fragestellungen geben, welche Maßnahmen nach dem aktuellen Stand die größte CO2-Emissionsminderung ergeben und wie weitere positive Nebeneffekte zum Klimaschutz für die Stadt Bruchköbel generiert werden können.
Um die Auswirkungen des Klimawandels längerfristig in noch erträglichen Grenzen zu halten, haben sich für fernere Zeithorizonte noch anspruchsvollere Zielwerte durchgesetzt: Kri¬terien, nach denen hier der Nutzen einer Maßnahme beurteilt wird, sind: direkte CO2-Einsparungen, mittelfristige Multiplikatorwirkungen sowie der Zusatznutzen wie Kostenein¬sparungen in kommunalen Liegenschaften, zukunftssichere Arbeitsplätze sowie längerfristige regionale Wertschöpfung.
Das zu erstellende Konzept soll genau diese Punkte herausfiltern, um das Einsparpotenzial bezüglich Emissionen und Energieeinsatz mit den zur Verfügung stehenden Mitteln zu maximieren. Im Vordergrund steht eine deutlich höhere Reduzierung der Emissionen zu erreichen, als es mit einer klassischen Investitionsstrategie möglich wäre. Insbesondere die Verknüpfung von technischen Neuerungen und der Sensibilisierung der betroffenen Akteure werden zu langfristigen Energieeinsparungen mit geringen Investitionskosten führen.
Das größte Reduktionspotenzial liegt im Bereich der Sanierung des Baubestandes inkl. der Nutzung erneuerbarer Energien. Um dieses Potenzial erschließen zu können, soll das Teilkonzept mit den folgenden Bestandteilen erstellt werden:
- Datenerfassung Gebäude-Ist-Zustand der kommunalen Liegenschaften in den relevanten Bereichen,
- Bausanierung- und Energieberatung sowie
- unterstützende Dienstleistungen bei der Umsetzung energetischer Sanierungen.
Ziel ist es, im Gebäudesektor einen Fahrplan für den zukünftigen Umgang, im energetischen Sinne, für die Liegenschaften der Stadt Bruchköbel zu entwickeln, der die Zieldefinitionen bei umzusetzenden Maßnahmen für den Gebäudebestand aber auch im Neubausektor festlegt. Als mögliche Mindestanforderungen bei Sanierungs-, Modernisierungs- und Neubauprojekten werden beispielsweise die Unterschreitung der Mindestanforderungen der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV 2007) Qp (Primärenergiebedarf), HT’ (Transmissionswärmeverluste) sowie den CO2-Emissionen gesehen.
Weiter sollen zukünftig die Energieverbräuche der städtischen Liegenschaften so chronologisch aufgezeichnet und ausgewertet werden, dass mit dem Aufbau eines so genannten Klimaschutzmanagement die angestrebten CO2-Emissionenssenkungen kontrolliert und weiter optimiert werden können.
Die Umsetzungen in den vorgenannten Bereichen sollen neben den ökologischen und energetischen Gesichtspunkten auch die ökonomischen Randbedingungen und Zielstellungen verfolgen. Auf dieser Basis sollen Erkenntnisse über mögliche Strategien für eine möglichst effektive CO2-Minderung im Gebäudesektor gewonnen und weiter entwickelt werden.
Die Stadt Bruchköbel strebt an, die gewonnenen Erkenntnisse, gestaffelt in kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen, zielbewusst umzusetzen.
Zusammenfassend sind die folgenden Ansätze für die Umsetzung des Gesamtkonzeptes erforderlich:
- Erstellung eines Wärmekatasters zur Beurteilung des energetischen Zustands der kommunalen Liegenschaften und die darauf aufbauende Entwicklung der Einsparpotenziale in den Breichen CO2-Emissionsminderung und Energieeinsparung.
- Entwicklung von strategischen Konzepten für die Gebäudesanierung im Kommunalen und privaten Bereich.
- Aufbau eines Klimaschutzmanagementsystems zur Fortschreibung des Wärmekatasters und zur Initiierung, Koordinierung, Moderierung und Begleitung bei der Umsetzung diverser Projekte und zur Pflege und Weiterentwicklung der Klimaschutzmaßnahmen.
- Initiierung einer Marketingstrategie im Bereich des Klimaschutzes. Diese beinhaltet den Ausbau der verwaltungsinternen Kommunikations- und Kooperationsstruktur in Bezug auf Klimaschutz sowie den Ausbau der Netzwerkstruktur zum kommunalen Klimaschutz in der gesamten Stadt – zur Mobilisierung und Einbindung aller Akteure.
- Sensibilisierung der Bürger für die Umsetzung von CO2 Minderungskonzepten.
Link zum BMU und Projektträger Jülich
http://www.bmu.de/allgemein/aktuell/160.php
