Integration – Nach Thilo Sarrazins skandalträchtigem Buch ist die Zusammenführung der Nation wieder in aller Munde. Viel zu oft vergessen wurden beim Intergrationprozeß die eigentlichen Hauptträgerinnen – die Frauen. Während Männer und Kinder gefördert wurden, fanden die Mütter kaum Beachtung. Ein Fehler wie sich jetzt herausstellt. Viele der Frauen stehen mitunter vor einem logistischen Problem. Morgens das Kind in die Kindertagesstätte bringen, dann mit dem Bus nach Hanau zur Schule, schon im Hintergedanken, hoffentlich rechtzeitig den Bus wieder zurück zu bekommen damit das Kind wieder pünktlich vom Kindergarten abholt werden kann. Ah ja - zwischendurch muss ja auch noch einkauft werden, weil dann die älteren Kinder von der Schule kommen und der Ehemann möchte natürlich auch täglich sein Essen. Dies nahm so mancher Migrantin die Motivation und den Mut. Dass es aber auch anderes geht, sieht man in Bruchköbel. Dort wurden im Rahmen der städtischen Frauenarbeit, unter anderem ein Integrationskurs mit Kinderbetreuung direkt vor Ort installiert, um lange Wege zu vermeiden.
Der erste Kurs wurde gerade erfolgreich beendet. Über 900 Unterrichtsstunden wurden absolviert. Täglich von montags bis freitags, jeweils von 8.30 von 12.30 Uhr gingen die Frauen in die Schule. Belohnt wurden sie nun mit dem Bundeszertifikat, dass ihnen in einer kleinen Feierrunde offiziell seitens des Bildungsträgers GfW (Gesellschaft für Wirtschaftskunde) und Herrn Bürgermeister Günter Maibach ausgehändigt wurde. Dabei betonte Bürgermeister Maibach wie ausgesprochen wichtig es ist die deutsche Sprache zu sprechen und zu verstehen, gerade auch im alltäglichen Leben. Schon ein Besuch beim Arzt kann sich zu einer unüberbrückbaren Hürde entwickeln. „Auch für ihre Kinder sind sie alle ein großes Vorbild“ so die Kursleiterin Martina Urich, „durch ihr Engagement haben sie ihnen einen wichtigen Impuls vermittelt, wie wichtig nämlich lernen ist“. „Integration von Frauen ist für mich eine Zukunftswerkstatt“, so die Frauenbeauftragte Claudia Krämer. „Es ist ein ständiges Geben und Nehmen. Ich bin froh, dass wir mit dem Frauenforum International und dem Sprachtraining für Frauen wichtige Werkzeuge in Bruchköbel installieren, konnten um Integration weiter voran zu bringen“. | |