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Schonungslos und brutal ist die Geschichte der achtjährigen Fatima. Vier Erwachsene haben Mühe, die um ihr Leben strampelnde Fatima zu halten. Sie wird ihrer Ehre und ihrer Seele beraubt. Fatima muss die härteste Form der Genitalbeschneidung über sich ergehen lassen, sie wird pharaonisch verstümmelt; am Ende der Prozedur mit Akaziendornen verschlossen. Ihre Schreie werden von Händen erstickt bis sie ohnmächtig wird. Sie hat seither nie wieder gesprochen. Sie hat das Vertrauen zu den Erwachsenen und in das Leben verloren.
Fatimas Geschichte ist wahr und stammt aus der Autobiographie von Rüdiger Nehberg. Marianne Walter von Frauen lesen für Frauen präsentierte Auszüge aus dieser. Ihren Fokus legte sie insbesondere auf die von Nehberg gegründete Menschenrechtsorganisation TARGET, die sich seit 2000 gegen die genitale Verstümmlung von Mädchen in Afrika erfolgreich einsetzt. TARGET haben sich mittlerweile die höchsten Rechtsgelehrten des sunnitischen Islam angeschlossen und den Brauch zu einem Verbrechen, zur Sünde, zu Teufelswerk erklärt. Marianne Walters Lesung löst neben tiefe Betroffenheit auch Wut bei den Zuhörerinnen aus und führte im Anschluss noch zu regen Diskussionen. Alle waren sich zum Schluss der Lesung einig, dass TARGET weiterhin unterstützt werden muss und so kam es noch zu einer spontanen Sammelaktion, deren Erlös von Frau Walter weitergeleitet wird.
